Bernhard & Michael Grzimek „Schwalben am Spieß“, © Bernhard und Michael Grzimek/ Okapia

Schwalben am Spieß

Wahrscheinlich waren die ersten Waffen, die Menschen herstellten – aus Stein geschlagene Faustkeile und Speerspitzen – gegen Tiere gerichtet. Zum Einsatz kamen die Waffen bei der Jagd. Das heißt, zur menschlichen Jagd auf Tiere gehören von Beginn an technische Hilfsmittel. Die Jagd entsteht also als eine Technik und nicht als naturwüchsiger Drang. Für die Diskussion um die Jagd heute ist das insofern von Bedeutung, weil eine Technik nie eine Naturgegebenheit ist und somit – zumindest potentiell – auch immer wieder aufgegeben oder verändert werden kann. Als der Film auf die Bühne kam, hatte sich die Jagd als soziale und Tiere tötende Technik längst zum hochherrschaftlichen Privileg mit Schnellfeuergewehren entwickelt. Als 1913 Seine Hoheit auf Fasanjagd ging, lagen ihm die Tiere so fern wie die Notwendigkeit der Nahrungsbeschaffung. Um den Kaiser waren mehrere Nachlader postiert, die seine Flinte immer schussbereit hielten, die Fasanen sind ausgesetzt und werden vor die Flinte getrieben. Umgekehrt chronologisch beginnt das Programm mit den Auswüchsen der adeligen Privilegienjagd und der kolonialistischen Jagd der Flußpferde im Negerdorf. Im Film, so scheint es, setzt danach eine Abkehr vom hochtechnisierten Töten von Tieren ein. In Schwalben am Spieß, einem der frühen Filme von Michael und Bernhard Grzimek von 1958, wird die Jagd auf Zugvögel verdammt. Und Peter Kubelka stellt 1966 in Unsere Afrikareise den Wichtigtuern auf Safari die afrikanischen Einheimischen und ihr Verhältnis zu den Tieren gegenüber. In seinem „Synchronereignis“ (Kubelka) ist es dann keine Frage, wem Kubelkas Sympathien gehören. Im Film wird die Jagd technisch abgerüstet. Besonders im ethnologischen Film wird die Jagd auch wieder zum Ritual, das symbolisch bleiben kann.

Seine Hoheit auf Fasanenjagd – Bilder vom Hof des Großherzogs von Mecklenburg-Schwerin

DE 1913/1914, 2 min Archiv Bundesarchiv-Filmarchiv

Der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin fährt zur Jagd. Seine Jäger stehen zur Begrüßung stramm und reichen Seiner Hoheit für jeden Schuss ein neu geladenes Gewehr. Dann schießen alle gleichzeitig. Anschließend folgt das Posieren mit einem geschossenen Fasan für die Kamera und der Umtrunk im Wald.

Im Negerdorf – Jagd der Flusspferde

DE vor 1914, 3 min Archiv Bundesarchiv-Filmarchiv

Wie im kolonialen Film üblich, wird zwischen der Betrachtung der afrikanischen Tiere und der afrikanischen Menschen wenig unterschieden. „Der Sonntagstanz der Negerfräulein.“ Die kolonialen Herren jagen, ihre Diener (oder Sklaven) sammeln die Beute ein.

La Peine du talion Tit for Tat

Gaston Velle, FR 1906, 6 min [Piano]; Produktion Pathé; Archiv Lobster Films

Eine Trick-Féerie, das bedeutet Schablonenfärbung, Ballett der Insekten, Schmetterlings-Hilfsjägerinnen in attraktiven Knabenkostümen und eine prächtige Apotheose.

Chevrolet Leader News (Vol. 2, No.3): Fish Story

The Jam Handy Organization, USA 1936, 2 min; Archiv Prelinger Archives

Der Autohersteller gab in den 1930er Jahren eine Art Werbe-Wochenschau heraus, bei der meistens Chevrolets in irgendeiner Form zu sehen waren. Hier wird gezeigt, wie man ein Auto als Fischfangeinrichtung verwenden kann.

Schwalben am Spieß

Bernhard & Michael Grzimek, DE 1958, 10 min

Ein ironisch-anklagender Essay gegen moderne Formen der Tiertötung: unter anderem Vogeljagd und Stierkampf, aber auch die grausigen Bilder von Vögeln in einer Ölpest.

Unsere Afrikareise

Peter Kubelka, AU 1966, 13 min

Obwohl Kubelkas Hang zur Subversion bekannt war, beauftragte ihn eine Reisegruppe, ihre Afrikasafari zu dokumentieren. Kubelka arbeitete fünf Jahre lang an der unglaublich exakten Bild- und Tonmontage von Unsere Afrikareise. Der Film stellt seine Geldgeber als wichtigtuerische, geistlose und grausame Eindringlinge bloß und zeigt dagegen deutliche Sympathien für die afrikanischen Stammesangehörigen und die heimische Tierwelt. […] (Adam Sitney)

Wildschweingeschichten – Jagd im Revier

Heinz Meynhardt, DDR 1981, 14 min; Aus dem Deutschen Rundfunkarchiv. Mit freundlicher Genehmigung von Margot Meynhardt.

Der Amateurbiologe Heinz Meynhardt war mit seinen bahnbrechenden Wildschweinforschungen nicht nur zum Star der DDR-Biologie sondern auch zu einer bekannten Fernsehpersönlichkeit geworden. In den zehnteiligen Folgen der Wildschweingeschichten berichtet er von seinen Erlebnissen. Diese Folge zeigt, wie zur Jagd auf seine Rotte geblasen wird. Aber Meynhardt kommt seiner Aufgabe als Leittier nach und schützt seine Wildschweine vor allzugroßer Unbill.

Stalking (Camera follows Man Ray)

William Wegman, USA 1975, 2 min

William Wegman verfolgt seinen Weimaraner Man Ray mit der Kamera.
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